Lernfabrik für die Zukunft

Neues Training Center von DMG MORI in Pfronten setzt Maßstäbe

Pfronten | Industrietechnik

Wir müssen Ausbildung neu denken

Mit der Eröffnung des neuen Training Centers in Pfronten hat DMG MORI ein deutliches Signal gesetzt: Im Allgäuer Werk gehören Fachkräftesicherung, Technologiekompetenz und lebenslanges Lernen künftig untrennbar zusammen. Auf rund 4.500 Quadratmetern entstand in nur eineinhalb Jahren ein Zentrum, das die Grundausbildung, Hightech-Praxis an modernsten Werkzeugmaschinen und systematische Weiterbildung unter einem Dach vereint.

Peter Guggemos, Ausbildungsleiter bei DMG MORI in Pfronten, sieht bei der Ausbildung junger Menschen die größte Herausforderung darin, auf deren neues Lernverhalten zu reagieren. Klassische Frontalunterweisungen oder „Papier-Schulungen“ reichen seiner Einschätzung nicht mehr aus, um Auszubildende, die von kurzen, digitalen Formaten und dem allgegenwärtigen Smartphone geprägt sind, nachhaltig zu erreichen.

„Unser Anspruch ist es, unserem Nachwuchs die besten Rahmenbedingungen für eine hochqualifizierte Ausbildung zu geben.“Peter Guggemos, Ausbildungsleiter

Lebenslanges Lernen als Prinzip

Das Training Center ist ausdrücklich nicht nur für den Nachwuchs gedacht, sondern als Lernplattform für die gesamte Belegschaft konzipiert. In eigenen Schulungsräumen werden Fachkräfte beispielsweise bei grundlegenden Änderungen an Maschinenserien oder größeren Software-Updates auf den neuesten Stand gebracht.

Ausbildungsleiter Peter Guggemos betont, dass Technikzyklen sich deutlich schneller entwickeln, als die Überarbeitung offizieller Rahmenlehrpläne. Daher will das Unternehmen zusätzlich eigene Schwerpunkte in der Aus- und Weiterbildung setzen. Neben den Basics rücken zusätzliche Themen wie neue Steuerungen, digitale Assistenzsysteme oder Lean- und Six-Sigma-Schulungen in den Fokus, die konzernweit ausgerollt werden.

Vorbereitung auf die Produktionswelt von morgen

Die maschinelle Ausstattung des neuen Zentrums ist konsequent auf Digitalisierung, Automatisierung und Robotik ausgerichtet. Auf den Praxisflächen stehen moderne Werkzeugmaschinen und Automationslösungen, ergänzt durch digitale Steuerungs- und Simulationsumgebungen, in denen Programmierung, Fehlersuche und Prozessoptimierung realitätsnah erprobt werden.

Das neue Training Center bietet Platz für bis zu 150 Auszubildende, dual Studierende sowie Trainees und erstreckt sich über drei Stockwerke. In großen Praxisflächen lernen die Nachwuchskräfte zunächst klassische Grundfertigkeiten, steigen aber früh in Themen wie Digitalisierung, Automatisierung und Robotik ein, die bei DMG MORI unter dem Stichwort „MX-Machining Transformation“ gebündelt werden.

Neben den Werkstätten wurden flexibel nutzbare Schulungs- und Seminarräume integriert, die sich an Gruppengrößen und Inhalte anpassen lassen. So können die Räume jederzeit umkonfiguriert werden und individuell an Ausbildungsberufe, Methoden oder Teilnehmerzahlen angepasst werden.

„Wir verbinden in unserem Ausbildungszentrum zwei Welten. Die eine der guten und bodenständigen Ausbildung, die bei DMG MORI eine lange Tradition hat und die andere, die Welt der jungen Menschen und deren Ansprüche an ihre Ausbildung.“Cornelius Nöß, Vorsitzender der Geschäftsführung

Ausbildung im Wandel der Zeit

AWM: Wie reagieren Sie in der Ausbildung auf das veränderte Medien- und Lernverhalten der jungen Generation?

Peter Guggemos: Die heutige Generation ist kurze, digitale Informationshappen gewohnt, oft über Social Media und Videos – darauf müssen wir didaktisch reagieren. Wir setzen verstärkt auf E-Learning, Simulationen und modulare Inhalte, die eigenständig bearbeitet werden können und durch Tests und Quizze begleitet sind.

AWM: Welche Rolle spielt dabei die psychische und soziale Situation der Auszubildenden?

Peter Guggemos: Ausbilder sind heute viel stärker auch Kommunikatoren und Ansprechpartner für persönliche Themen, weil familiäre oder psychische Belastungen im Alltag der Jugendlichen präsenter sind. Es geht darum, den Spagat zwischen klaren Anforderungen, Werten wie Pünktlichkeit und Empathie für individuelle Lebenslagen zu schaffen.

AWM: Wohin entwickelt sich die Ausbildung bei DMG MORI in den nächsten Jahren?

Peter Guggemos: Wir werden Ausbildungsinhalte und Methoden kontinuierlich hinterfragen und an neue Technologien wie vernetzte Fertigung, Data Analytics und Robotik anpassen. Gleichzeitig bleibt das Ziel, regional verankert zu bleiben, eigenen Nachwuchs zu entwickeln und ihn langfristig im Unternehmen zu binden.

Ausbildung bei DMG MORI in Pfronten (m/w/d)

  • Elektroniker für Automatisierungstechnik
  • Mechatroniker
  • Industriemechaniker
  • Zerspanungsmechaniker
  • Technischer Produktdesigner
  • Industriekaufmann
  • Duales Verbundstudium: Maschinenbau, Wirtschaftsingenieurwesen, Elektrotechnik, Mechatronik
  • DMG MORI Logistik: Fachkraft für Lagerlogistik

Das neue Training Center bietet modernste Ausstattung

  • Digitale Ausbildung (eLearning, Reporting, Planung etc.)
  • Industrie 4.0 Anlage: Vernetzte Produktionsanlage mit Cobot und Robotino (AGV)
  • Anlage für Regelungs- und Antriebstechnik
  • Virtuelles Schweißen
  • 3D-Druck
  • Maschinelles Lernen mittels Kamera
  • DMG MORI-Maschinenpark: FP4, NEF 360 LZ, DMU 75 monoBLOCK 2. Generation, DMC 75 monoBLOCK 2. Generation mit PH Cell

„Nicht die Technologie entscheidet über die Zukunft, sondern die Menschen, die sie bedienen. Wir bilden hier nicht nur Berufe aus, sondern für die berufliche Zukunft, die jemand vor sich hat.“Irene Bader, Vorständin

Kurz zusammengefasst

DMG MORI investiert mit dem neuen Training Center in die Zukunft der Ausbildung. Moderne Technologien, praxisnahe Lernumgebungen und lebenslanges Lernen bilden die Grundlage für die Fachkräfte von morgen.

Nützliche Links

Autor: Angela Lingenhöl

Bildnachweis: DMG MORI Pfronten GmbH


Häufige Fragen zu diesem Thema

Warum investiert DMG MORI in ein neues Training Center?

Um Fachkräfte langfristig zu sichern, moderne Technologien zu vermitteln und die Ausbildung an aktuelle Anforderungen anzupassen.

Was ist das Besondere am Training Center?

Die Kombination aus klassischer Ausbildung, Hightech-Praxis und digitaler Weiterbildung unter einem Dach.

Welche Technologien werden vermittelt?

Digitalisierung, Automatisierung, Robotik, vernetzte Fertigung und moderne Maschinensteuerung.

Warum verändert sich die Ausbildung aktuell so stark?

Weil sich sowohl Technologien als auch das Lernverhalten junger Menschen durch Digitalisierung grundlegend verändern.

Welche Rolle spielt lebenslanges Lernen?

Es ist zentral, da sich Technologien schneller entwickeln als klassische Ausbildungspläne angepasst werden können.

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