Eirenschmalz: Energiepionier aus Schwabsoien

Eirenschmalz – Energiepionier aus Schwabsoien

Die Firma Eirenschmalz deckt 85 Prozent ihres Energiebedarfs selbst

Seit 35 Jahren steht die Eirenschmalz Maschinenbaumechanik und Metallbau GmbH für Präzision in der Blechbearbeitung. An den Standorten im oberbayerischen Schwabsoien und im schwäbischen Augsburg fertigen knapp 400 Mitarbeiter hochmoderne Baugruppen für Kunden aus ganz Europa. Firmengründer Anton Eirenschmalz und seine Ehefrau Alexandra führen das Unternehmen mit Leidenschaft und Innovationskraft. Auch der Juniorchef, Markus Eirenschmalz, hat bereits ein klares Ziel: industrielle Produktion nachhaltig und unabhängig zu machen.

Fast autark dank Holzgas, Sonnenkraft und E-Mobilität

Schon vor 15 Jahren begann Anton Eirenschmalz, über Alternativen zu fossilen Energien nachzudenken. „Wir hatten Berge von Einwegpaletten aus Holz, die wir nicht einfach entsorgen wollten. Also bauten wir unsere erste Hackschnitzelheizanlage, um unsere Hallen zu heizen – das war der Startschuss“, erinnert sich der Seniorchef.

Heute deckt das Unternehmen 85 Prozent seines gesamten Energiebedarfs selbst – mit einer Kombination aus Photovoltaik und einer hochmodernen Holzvergaseranlage. Im Mittelpunkt steht eine Energiezentrale mit fünf Blockheizkraftwerken, die aus Restholz Strom und Wärme erzeugen. 80 Prozent des Brennstoffs stammen aus dem nahegelegenen Sachsenrieder Forst. „Wir nehmen nur Holz, das niemand mehr anderweitig verwerten kann – krankes, kaputtes oder minderwertiges Material, das weder für Möbel noch für Dachstühle geeignet ist“, erklärt Alexandra Eirenschmalz.

Die Anlage liefert nicht nur Strom, sondern auch Wärme. Im Sommer wird die Abwärme genutzt, um die 16 Laserschneidanlagen der Produktion zu kühlen, im Winter heizt sie die Hallen. Überschüsse fließen in ein Nahwärmenetz, das inzwischen mehr als 130 Haushalte versorgt. Auf der Stromseite liefert die Photovoltaikanlage 35 Prozent, die Holzgas-BHKW 50 Prozent – nur 15 Prozent werden noch aus dem Netz bezogen.

Ein wichtiger Baustein der Strategie ist die E-Mobilität. Seit Kurzem ergänzt ein vollelektrischer LKW den Fuhrpark. „Wir liefern unsere Teile nun mit eigenem Strom aus – direkt von unseren PV-Anlagen und BHKWs. So sparen wir CO₂ ein und nutzen unsere Energie noch effizienter“, erklärt Anton Eirenschmalz stolz. Der LKW wird gezielt geladen, wenn die Photovoltaik-Anlage am meisten Strom liefert. „Unser Ziel ist, die erzeugte Energie bei uns im Unternehmen zu behalten und optimal zu verwerten“, ergänzt Markus Eirenschmalz.

Das Konzept macht Eirenschmalz weitgehend unabhängig vom Weltmarkt. Steigende Öl- oder Gaspreise spielen für die Firma kaum eine Rolle. „Wir legen unsere Preise transparent fest, basierend auf einem nachvollziehbaren Index. Die Haushalte wissen genau, wofür sie bezahlen – ohne plötzliche Preissprünge wie beim Gas“, so Markus Eirenschmalz. Auch ökologisch ist das Konzept vorbildlich: Durch kurze Transportwege werden jährlich tausende Tonnen CO₂ eingespart und regionale Kreisläufe gestärkt.

„Wir leben in einer wunderschönen Landschaft, umgeben von Wäldern und Bergen. Als Unternehmer haben wir die Verantwortung, sorgsam mit der Natur umzugehen. Wir dürfen nicht nur nehmen, sondern müssen auch zurückgeben.“

Anton Eirenschmalz, Geschäftsführer und Firmengründer

Dorfenergie: Wärme für die Region

Aus dem Firmenerfolg entstand ein Projekt, das die gesamte Gemeinde mit einbezieht. Gemeinsam mit Tiefbauprofi Herbert Hefele gründete Markus Eirenschmalz die Dorfenergie Schwabsoien GmbH. Das Wärmenetz versorgt aktuell 130 Haushalte in Schwabsoien und Schwabbruck, ausgelegt ist es für bis zu 200 Anschlüsse.

„Unser Projekt ist innovativ und unserer Zeit voraus“, sagt Markus Eirenschmalz. Die Haushalte profitieren von Versorgungssicherheit und regionaler Wertschöpfung. „Statt Heizöl oder Gas aus fernen Ländern zu kaufen, bleibt das Geld in der Region. Wir nutzen, was unsere Wälder ohnehin hergeben.“ Die Dorfenergie zeigt, wie regionale Kreisläufe funktionieren können. „Wir fangen hier im Dorf an und möchten anderen Gemeinden zeigen, dass Selbstversorgung möglich ist“, erklärt der Juniorchef. Die Nachfrage steigt kontinuierlich – wer angeschlossen werden möchte, kann sich jederzeit melden.

Eirenschmalz beweist, dass industrielle Produktion und Nachhaltigkeit keine Gegensätze sind. Mit Holzgas, Photovoltaik und einem klaren Mobilitätskonzept hat das Familienunternehmen nicht nur sich selbst nahezu unabhängig gemacht, sondern auch viele Haushalte mit zukunftsfähiger Energie versorgt. Ein Modell, das weit über Schwabsoien hinaus Strahlkraft entfalten kann.

Dietrich Limper

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