Zwei Schwestern, ein starkes Handwerk

Wenn Töchter die Visionen des Vaters noch größer machen

Wer übernimmt den Familienbetrieb, wenn kein Sohn bereitsteht? Bei Haller Raumgestaltung lautet die Antwort: zwei Töchter – und vielleicht bald drei. Romina und Olivia Haller führen das Unternehmen in zweiter Generation weiter und zeigen, wie modernes Handwerk, weibliche Führung und unternehmerischer Mut zusammenfinden.

Alles begann mit einer klaren Vision: Der Vater von Romina und Olivia Haller wollte den größten Raumausstatterbetrieb der Region aufbauen. Vor über 34 Jahren legte er damit den Grundstein für Haller Raumgestaltung und traf früh weitreichende Entscheidungen und große Investitionen.

Vom Familienbetrieb zur Marke

Was einst mit Teppichen begann, entwickelte sich konsequent weiter zu einem breit aufgestellten Handwerksbetrieb mit rund 60 Mitarbeitenden. Zum Portfolio gehört weit mehr als die Planung individueller Gestaltung. Vor allem die handwerkliche Umsetzung zeichnet den Betrieb aus: Hochwertige Bodenbeläge wie Parkett, Vinyl oder Kork, individuelle Fenstergestaltung mit eigener Näherei, maßgefertigte Polsterarbeiten, Schlafsysteme sowie Sicht- und Sonnenschutz für den Außenbereich.

Besonders im Bereich Schlaf hat sich das Unternehmen überregional einen Namen gemacht. Mithilfe individueller Liegemessungen entstehen Lösungen, die gezielt auf körperliche Bedürfnisse eingehen – ein Beispiel für den hohen Anspruch an Beratung und Handwerk.

Die neue Doppelspitze

Seit rund 10 Monaten führen Romina (30) und Olivia (28) Haller das Unternehmen gemeinsam. Ein Modell, das im Handwerk noch selten ist und bewusst gewählt wurde.

„Das klassische Thronfolgeprinzip muss nicht sein. Wir zeigen, dass Nachfolge auch im Team funktionieren kann.“ Olivia Haller, Geschäftsführerin Haller Raumgestaltung

Die Schwestern bringen unterschiedliche Stärken ein: Romina denkt strategisch, optimiert Prozesse und treibt Transformationen voran. Olivia verantwortet Marke, Kommunikation und eine empathische Führungskultur. Gemeinsam bilden sie eine Doppelspitze, die sich bewusst gegenseitig fordert.

„Wir geben uns direkt Feedback – auch wenn es manchmal wehtut“, sagt Olivia.

Führung im Wandel

Mit der neuen Geschäftsführung geht ein umfassender Wandel einher. Digitalisierung, neue Strukturen und ein klares Markenbild prägen die aktuelle Entwicklung. Glasfaser wurde eigenständig verlegt, Systeme in die Cloud überführt und interne Prozesse neu aufgesetzt. Parallel dazu entstand ein neues Corporate Design.

Doch Transformation bedeutet für die beiden mehr als Technik.

„Führung hat viel mit Persönlichkeit zu tun“, betont Romina. „Man muss wissen, wer man ist – ohne Selbstreflexion geht es nicht.“

Diese Haltung prägt die gesamte Unternehmenskultur: offen, reflektiert und auf Entwicklung ausgerichtet.

Teamkultur als Erfolgsfaktor

Ein zentraler Baustein des Erfolgs ist das Team. Haller Raumgestaltung setzt bewusst auf Offenheit im Recruiting: Alle Stellen sind dauerhaft ausgeschrieben. Bewerbungen kommen regelmäßig, ganz ohne Budget. Auch Quereinsteiger sind ausdrücklich willkommen. Flexible Arbeitsmodelle ermöglichen den Wiedereinstieg nach Elternzeit, für Frauen wie Männer.

„Wertschätzung richtet sich an Menschen, nicht an Abschlüsse“, sagt Romina. „Handwerk verdient Anerkennung.“

Frauen im Handwerk sichtbar machen

Die neue Führung wird zunehmend auch nach außen sichtbar. Auf Plattformen wie LinkedIn positionieren sich die Schwestern bewusst zu Themen wie Nachfolge, Leadership und Frauen im Handwerk. Anfangs gab es Skepsis – vor allem von außen. Intern hingegen war die Akzeptanz von Beginn an hoch. Das Team kannte die Schwestern seit Jahren und wusste um deren Kompetenzen und Leidenschaft für den Handwerksbetrieb.

Heute erreichen sie viele positive Rückmeldungen. Besonders Töchter aus Unternehmerfamilien sehen in ihrem Weg ein Vorbild.

Tradition und Zukunft vereint

Der Vater, Gründer des Unternehmens, hat sich vollständig aus dem operativen Geschäft zurückgezogen. Das war Wunsch und Bedingung der Schwestern zugleich. Er steht noch punktuell beratend zur Seite. Ein bewusst gesetzter Schritt, der Raum für Neues schafft.

Für Romina und Olivia ist klar: Die Zukunft des Unternehmens liegt in der Verbindung von Tradition und Veränderung. Und vielleicht bald auch in einer Dreierspitze mit der jüngeren Schwester Felicitas.

Oliva Haller und Romina Haller

„Unternehmertum ist eine Entscheidung. Und Zukunft braucht Mut.“ Romina Haller, Geschäftsführerin Haller Raumgestaltung

Kurz zusammengefasst

Haller Raumgestaltung zeigt, wie moderne Unternehmensnachfolge im Handwerk erfolgreich funktionieren kann. Mit einer neuen Generation an der Spitze verbindet das Unternehmen Tradition, Digitalisierung und starke Teamkultur.

Nützliche Links

Anna Keller
Bilder: Haller Raumgestaltung GmbH & Co. KG


FAQ

Wer führt Haller Raumgestaltung?

Romina und Olivia Haller führen das Unternehmen in zweiter Generation gemeinsam.

Wie viele Mitarbeitende beschäftigt das Unternehmen?

Haller Raumgestaltung beschäftigt rund 60 Mitarbeitende.

Welche Leistungen bietet Haller Raumgestaltung?

Unter anderem Bodenbeläge, Schlafsysteme, Fenstergestaltung, Polsterarbeiten sowie Sicht- und Sonnenschutz.

Was zeichnet die Unternehmenskultur aus?

Offenheit, Wertschätzung, Entwicklung und moderne Führungsstrukturen.

Welche Rolle spielt Digitalisierung im Unternehmen?

Sie ist zentraler Bestandteil der Transformation und internen Weiterentwicklung.

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