Handmade im Allgäu

Handgefertigte Kässpatzenschüsseln und Keramikgeschirr aus der Allgäuer Keramik in Altstädten

Keramikgeschirr aus einer familiengeführten Manufaktur

Bereits in dritter Generation stellt Geschäftsführerin Ruth Rebstock mit ihrem Team Keramik für den Alltagsgebrauch her. Ein Produkt ist für viele Haushalte nicht mehr wegzudenken: die Kässpatzenschüssel – in unterschiedlichen Größen und Dekoren.

In Altstädten, ein Dörfchen südlich von Sonthofen, befindet sich die traditionelle Keramikwerkstatt und Heimat von Ruth Rebstock. Die gelernte Scheibentöpferin und studierte Keramikingenieurin übernimmt 2015 das familiengeführte Unternehmen. Das ehemalige Gebäude der 1923 gegründeten Grobkeramik-Fabrik Alpina AG für Wasserrohre wird seit 1936 als Werkstatt für Geschirr- und Zierkeramik betrieben.

„Mein Großvater entwickelte ein Produkt, das typisch für das Allgäu ist: in Küchen auf den Höfen sah er immer wieder eine große Schüssel aus rotem Ton“, erzählt uns Ruth Rebstock. Seit den 60er Jahren wird genau so eine Schüssel als „Kässpatzenschüssel“ verkauft – mit Erfolg! „Es ist das meistgekaufte Produkt“, sagt die Keramikerin stolz, „Gerade auch die jüngere Generation kauft diese Schüssel, um ein Stück Allgäu zuhause zu haben.“

„Es ist wirklich schön zu sehen, dass auch die jüngere Generation Wert auf Handarbeit legt und mit den traditionellen Kässpatzenschüsseln ein Stück Heimat mit nach Hause nimmt.“Ruth Rebstock, Geschäftsführerin Allgäuer Keramik

Tradition in Handarbeit

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Ruth Rebstock bezieht ihren Ton aus dem Westerwald. Von dort wird er auf Paletten luftdicht verpackt in Blöcken angeliefert. Nun beginnt ein fünf- bis sechswöchiger Entstehungsprozess, bis die Spatzenschüssel fertig ist. Der Ton wird in einer Vakuumstrangpresse und einem entsprechenden Mundstück für den weiteren Produktionsprozess vorbereitet. Von dieser Tonstange, „Hubbel“ genannt, wird ein passendes Stück zur Bearbeitung abgeschnitten.

Diese Scheibe, je nach Artikel in Durchmesser und Stärke unterschiedlich, wird in eine entsprechende Gipsform gelegt. So bestückt kommt die Form in einen sogenannten Roller dessen formenspezifischer Edelstahlkopf dann den Artikel eindreht. „Überschüssigen Ton nehme wir ab, er wird eingeweicht und wieder verwendet. Hier entsteht kein Abfall“, erklärt Ruth Rebstock. In der Gipsform trocknet die Schüssel nun mindestens acht Stunden und kann danach gut entformt werden, da es durch die Trocknung des Tons auch zu einer Schwindung kommt.

Allgäu Keramik in Altstädten

Nach diesem Prozess bekommt die Schüssel das Traditionszeichen der Allgäuer Keramik. „Der Firmenstempel geht auf meinen Großvater zurück. Die Buchstaben H und R stehen für Hans Rebstock, die beiden Runen für Feuer und Erde“, lässt uns Ruth Rebstock wissen. Auf einem Donsel (Drehteller) glättet ihr Vater, der noch immer mit viel Herzblut mitarbeitet, nochmals die Kanten, bevor die Schüssel, nach gut einer Woche Trocknung, über Nacht den ersten Brand bei 950°C zur Schrühware erhält.

„Drei Tage muss die Schüssel nun abkühlen, damit sie für die Gestaltung mit unseren Farben und Dekoren bearbeitet werden kann“, sagt Hans-Dieter Rebstock. Die Mitarbeiterin Heike zeigt, wie sie mit einem Engobe-Bällchen die Keramik verziert: „Engobe ist ein dünnflüssiger Ton, den wir einfärben“, erklärt sie, „vorn an dem Bällchen sind unterschiedlich dünne Metalldüsen, aus denen die Farbe austritt.“ Und so dekoriert sie präzise und akkurat jedes Werkstück.

Allgäuer Keramik und Allgäuer Hofmilch auf der Klings Hütte

Allgäu Keramik in Altstädten

Breitere Ränder, wie zum Beispiel der blaue Rand, trägt sie geschickt mit dem Pinsel auf. „Alle Produkte der Allgäuer Keramik erhalten ein typisches heimatverbundenes Dekor“, bemerkt Ruth Rebstock, „mit oder ohne Schriftzug. Auch Sonderanfertigungen werden selbstverständlich gefertigt.“ Nach dem Bemalen ‚badet‘ die Schüssel in einer Glasur, bevor sie nochmals bei 1.100°C über Nacht in den Brennofen muss. „Auch bei der Glasur gibt es keinen Abfall“, betont Ruth Rebstock „überschüssige Glasur wird wiederverwendet.“

Und so entsteht in feinster und akribischer Handarbeit eine wunderschöne „Kässpatzenschüssel“ aus dem Allgäu.

Individuelle Töpferei

Die Allgäuer Keramik stellt auch exklusiv für Firmen, Restaurants oder Vereine individuelles Geschirr mit speziellen Schriftzügen, Bemalungen oder Dekoren her. Aber auch zu speziellen Anlässen wie Geburtstage, Hochzeiten, Jubiläen oder Weihnachten erfüllt Ruth Rebstock mit ihrem Team individuelle Sonderwünsche für ihre Kunden.

„Eine Hochzeits-Spatzenschüssel mit den Namen des Brautpaares und das Hochzeitsdatum, Namen, Familienwappen, Zeichnungen … wir versuchen alles möglich zu machen“, bestätigt Jörg Haug, Lebensgefährte von Ruth Rebstock. So kann nicht nur die Kässpatzenschüssel, sondern auch jegliches andere Produkt aus der Allgäuer Manufaktur zu einem persönlichen Geschenk werden.

Allgäuer Keramik
Töpferwerg 16
87527 Altstädten
Telefon 08321 3454
kontakt@allgaeuer-keramik.de
www.allgaeuer-keramik.de

Autor: Nadja Falke

Bildnachweis: Dominik Berchtold, Ramona Riederer, Meckatzer, Allgäuer Keramik

Kurz zusammengefasst

  • Die Allgäuer Keramik in Altstädten bei Sonthofen stellt Keramikgeschirr in traditioneller Handarbeit her.
  • Geschäftsführerin Ruth Rebstock führt das familiengeführte Unternehmen in dritter Generation.
  • Besonders bekannt ist die Kässpatzenschüssel, die seit den 60er Jahren als Stück Allgäuer Heimat verkauft wird.
  • Die Herstellung erfolgt über mehrere Wochen mit Formen, Trocknung, Bemalung, Glasur und Brennprozess.
  • Das Unternehmen fertigt auch individuelle Keramik für Firmen, Restaurants, Vereine und besondere Anlässe.
  • Handarbeit, regionale Identität und Sonderanfertigungen prägen die Allgäuer Keramik.

FAQ

Was stellt die Allgäuer Keramik her?

Die Allgäuer Keramik stellt Keramikgeschirr für den Alltagsgebrauch her, darunter die bekannte Kässpatzenschüssel in verschiedenen Größen und Dekoren.

Wo befindet sich die Allgäuer Keramik?

Die Keramikmanufaktur befindet sich in Altstädten südlich von Sonthofen im Allgäu.

Wer führt die Allgäuer Keramik?

Geschäftsführerin Ruth Rebstock führt das familiengeführte Unternehmen in dritter Generation.

Was macht die Kässpatzenschüssel besonders?

Die Kässpatzenschüssel gilt als typisches Allgäuer Produkt und wird seit den 60er Jahren in der Manufaktur hergestellt.

Bietet die Allgäuer Keramik Sonderanfertigungen an?

Ja, die Allgäuer Keramik fertigt individuelles Geschirr mit Schriftzügen, Bemalungen oder Dekoren für Firmen, Restaurants, Vereine und private Anlässe.

Für welche Anlässe eignet sich individuelle Keramik?

Individuelle Keramik eignet sich unter anderem für Hochzeiten, Geburtstage, Jubiläen, Weihnachten sowie als persönliches Geschenk.

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