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In vielen Unternehmen hängt heute nahezu die gesamte Wertschöpfung am Internet. Umso wichtiger ist es, Ausfälle und Angriffe nicht nur technisch, sondern auch organisatorisch mitzudenken. Wie sich Unternehmen wirksam schützen können – und worauf es wirklich ankommt –, erklärt Marion Petautschnig, Produktmanagerin Internet bei M-net.
AWM: Frau Petautschnig, warum sollten sich Unternehmen gerade jetzt intensiver mit Internetsicherheit beschäftigen?
Marion Petautschnig: Viele Unternehmen unterschätzen noch immer, wie stark ihre Geschäftsprozesse vom Internet abhängen. Das wird leider oft erst sichtbar, wenn es bereits zu einer Störung oder einem Angriff gekommen ist. Das ist jedoch oft zu spät. Denn dann stehen plötzlich zentrale Anwendungen still, Umsätze brechen weg und der Druck, schnell wieder handlungsfähig zu werden, ist dementsprechend enorm.

Marion Petautschnig,
Produktmanagerin, M-net
AWM: Wo sehen Sie die größten Schwächen in der Praxis?
Marion Petautschnig: Häufig fehlt es nicht nur an technischer Absicherung, sondern auch an der Vorbereitung im Unternehmen selbst. Gerade im Krisenfall stellen sich dringende Fragen: Wer spricht mit wem? Wer informiert Kunden oder Öffentlichkeit? Das sollte auf jeden Fall vorab geklärt sein. Denn Abstimmungen kosten Zeit, und die hat man im Ernstfall einfach nicht. Ein vorbereiteter Kommunikationsplan, idealerweise bereits mit vorformulierter Pressemitteilung, spart wertvolle Zeit und sorgt für ein souveränes Auftreten nach außen.
AWM: Was ist aus Ihrer Sicht der wichtigste Hebel für Ausfallsicherheit?
Marion Petautschnig: Ganz klar: Redundanz. Wer auf stabile Verbindungen angewiesen ist, sollte kritische Infrastruktur mehrfach absichern – in der Leitung, in der Technologie oder über verschiedene Provider. Eine Provider-Redundanz erhöht die Sicherheit erheblich, denn zwei unabhängige Verbindungen fallen nur in sehr seltenen Fällen gleichzeitig aus.
AWM: Wie haben sich Cyberangriffe in den letzten Jahren verändert?
Marion Petautschnig: Angriffe sind heute deutlich einfacher durchzuführen, stark automatisiert und schwerer abzuwehren. Die Angreifer nutzen gezielt KI und Chatbots – das verändert die Spielregeln. Deshalb muss auch die Abwehr intelligenter werden. Ein Beispiel ist der DDoS-Schutz auf Netzebene: Angriffe werden abgefangen, bevor sie überhaupt im Unternehmensnetz ankommen.
AWM: Welche Rolle spielt das Thema Backup?
Marion Petautschnig: Eine sehr große! Es reicht leider nicht, „irgendwo ein Backup“ zu haben. Entscheidend ist, ob es im Ernstfall auch funktioniert. Unternehmen sollten sich fragen: Welche Daten und Anwendungen sind wirklich geschäftskritisch? Was darf auf keinen Fall ausfallen? Der Onlineshop, zentrale Systeme, die E-Mail-Kommunikation? Und nicht zu vergessen: Backups sollten regelmäßig geprüft und getestet werden.
AWM: Was raten Sie Unternehmen konkret für den Einstieg?
Marion Petautschnig: Eine ehrliche Bestandsaufnahme. Welche Prozesse hängen am Internet – und welche davon sind kritisch? Auf dieser Basis lassen sich gezielt Maßnahmen ableiten: Redundanzen aufbauen, Schutzmechanismen wie DDoS-Abwehr integrieren, Backups sauber aufsetzen und testen sowie klare Abläufe für den Ernstfall definieren. Internetsicherheit ist kein abstraktes Großprojekt – sondern eine Frage klarer Prioritäten.
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BILDER: D-KEINE, PRIVAT
Kurz zusammengefasst
- Viele Geschäftsprozesse sind heute unmittelbar von einer stabilen Internetverbindung abhängig.
- M-net empfiehlt Unternehmen, kritische Infrastruktur durch redundante Leitungen, Technologien oder verschiedene Provider abzusichern.
- DDoS-Schutz auf Netzebene kann Angriffe abfangen, bevor sie das Unternehmensnetz erreichen.
- Backups sollten nicht nur vorhanden sein, sondern regelmäßig auf ihre Funktionsfähigkeit geprüft und getestet werden.
- Neben technischen Schutzmaßnahmen sind klare Kommunikations- und Krisenabläufe im Unternehmen entscheidend.
- Eine Bestandsaufnahme geschäftskritischer Prozesse bildet die Grundlage für eine gezielte Absicherung.
FAQ zu Internetsicherheit und Ausfallsicherheit für Unternehmen
Warum ist Internetsicherheit für Unternehmen so wichtig?
Viele zentrale Geschäftsprozesse hängen heute direkt von einer funktionierenden Internetverbindung ab. Bei Störungen oder Cyberangriffen können Anwendungen ausfallen, die Kommunikation beeinträchtigt werden und Umsätze wegbrechen.
Wie können Unternehmen ihre Internetverbindung ausfallsicherer machen?
Ein wichtiger Ansatz ist Redundanz. Kritische Infrastruktur kann beispielsweise über unterschiedliche Leitungen, Technologien oder Provider mehrfach abgesichert werden. Dadurch sinkt das Risiko eines vollständigen Verbindungsausfalls.
Wie schützt M-net Unternehmen vor DDoS-Angriffen?
Im Beitrag wird ein DDoS-Schutz auf Netzebene beschrieben. Dabei sollen Angriffe abgefangen werden, bevor sie das Unternehmensnetz erreichen.
Welche Rolle spielen Backups bei der IT-Sicherheit?
Backups sind ein wichtiger Bestandteil der Absicherung. Entscheidend ist laut M-net jedoch nicht nur deren Vorhandensein. Unternehmen sollten regelmäßig überprüfen und testen, ob geschäftskritische Daten und Anwendungen im Ernstfall tatsächlich wiederhergestellt werden können.
Wie sollten Unternehmen beim Thema Internetsicherheit beginnen?
M-net empfiehlt zunächst eine Bestandsaufnahme der vom Internet abhängigen und geschäftskritischen Prozesse. Daraus können konkrete Maßnahmen wie Redundanzen, DDoS-Schutz, getestete Backups und definierte Abläufe für den Ernstfall abgeleitet werden.






