Beim Neubau oder dem Umstieg von Gas- oder Ölheizungen auf erneuerbare Energien wird Erdwärme oft übersehen. Dabei zählt sie zu den effizientesten und langlebigsten Heizsystemen überhaupt. Stefan und Michael Geser von GESER Erdwärme erklären, warum sich ein genauer Blick lohnt.
Pellets, Hackschnitzel, Luftwärmepumpe, Fernwärme oder Erdwärme – Bauherren und Sanierer stehen heute vor einer Vielzahl an Möglichkeiten. Wer jedoch langfristig niedrige Betriebskosten, hohe Effizienz und maximale Lebensdauer sucht, sollte die Nutzung der im Erdreich gespeicherten Energie unbedingt in seine Entscheidung einbeziehen. Denn moderne Erdwärmesysteme arbeiten äußerst wirtschaftlich und bieten zusätzlich die Möglichkeit, Gebäude im Sommer nahezu kostenlos zu kühlen.
Auch Sanierungen sind unkompliziert möglich
AWM: Auf den ersten Blick wirken Erdwärmesysteme komplex, zeitaufwendig und teuer. Stimmt das?
Michael Geser: Dieser Eindruck täuscht häufig. Bei einem aktuellen Sanierungsprojekt in Wangen haben wir beispielsweise zwei Erdwärmesonden für ein bisher mit Gas beheiztes Reihenhaus innerhalb von weniger als zwei Tagen gebohrt und eingebaut. Ist die Entscheidung für Erdwärme gefallen, geht die Umsetzung meist deutlich schneller als viele erwarten.
AWM: Wie sieht es preislich gegenüber anderen Heizsystemen aus?
Stefan Geser: Die Anfangsinvestition liegt zwar etwas höher als beispielsweise bei einer Luftwärmepumpe oder einem Fernwärmeanschluss. Dafür sind die Betriebskosten über viele Jahre deutlich geringer. Erdwärme benötigt weniger Strom, ermöglicht im Sommer nahezu kostenfreies Kühlen und überzeugt durch eine deutlich längere Lebensdauer. Eine erdgekoppelte Wärmepumpe hält im Durchschnitt rund 50 Prozent länger als eine Luftwärmepumpe.
Konstante Temperaturen sorgen für hohe Effizienz
AWM: Was sind die wichtigsten Vorteile von Erdwärme für Hauseigentümer?
Michael Geser: Eine Solewärmepumpe arbeitet nahezu wartungsfrei, ist besonders leise und benötigt deutlich weniger Strom. Der entscheidende Vorteil liegt in den konstanten Temperaturen des Erdreichs. Im Winter gelangt die Sole bereits vorgewärmt ins Haus, im Sommer dagegen angenehm kühl. Luftwärmepumpen müssen dagegen gerade bei Minusgraden besonders viel Energie zum Heizen und zum Abtauen des Wärmetauschers aufbringen.
„Auch bei Sanierungen funktioniert Erdwärme problemlos. Meist müssen nicht einmal die Heizkörper gewechselt werden.“ Stefan Geser, Gründer und Geschäftsführer
Neue Erdwärmesonde spart Zeit und Kosten
Mit der im Jahr 2024 entwickelten Erdwärmesonde „separatus“ hat GESER Erdwärme die Installation nochmals vereinfacht. Das System kombiniert Vor- und Rücklauf in einem einzigen Rohr. Dadurch wird pro Sonde nur noch ein Bohrloch benötigt, was den Aufwand und die Kosten für Bauherren weiter reduziert.
Welche Erdwärmelösung passt zum Grundstück?


AWM: Es gibt Erdwärmekollektoren, Erdwärmesonden und Grundwasseranlagen. Wann eignet sich welches System?
Stefan Geser: Verfügt ein Grundstück über ausreichend Fläche – beispielsweise bei typischen Allgäuer Höfen – sind Erdwärmekollektoren häufig die wirtschaftlichste Lösung. Sie benötigen weder eine Bohrgenehmigung noch Tiefenbohrungen. Die Leitungen werden lediglich in etwa 1,5 bis 2 Metern Tiefe verlegt.
Steht weniger Grundstücksfläche zur Verfügung, kommen Erdwärmesonden zum Einsatz. Für Einfamilienhäuser reichen meist ein oder zwei Sonden aus, um Heizung, Warmwasser und passive Kühlung zuverlässig zu versorgen.
Michael Geser: Grundwasseranlagen arbeiten zwar am effizientesten, werden aufgrund der geologischen Voraussetzungen jedoch überwiegend bei größeren Gebäuden eingesetzt.

(Strategisches Management). (v.l.)
Portfolio GESER Erdwärme
- Erdwärme-Sondensysteme
- Erdkollektorsysteme
- Manufaktur von Erdwärmesonden
- Manufaktur von Bohrzubehör
Innovation und Familienunternehmen
AWM: Herr Geser, Sie haben GESER Erdwärme bereits 1997 gegründet. Wie entstand das Unternehmen?
Stefan Geser: Schon zuvor war ich im Bohr- und Geothermiebereich tätig. Privat nutzen wir Erdwärme bereits seit 1987. Nach der Entwicklung neuer Bohrverfahren und innovativer Sondenfüße gründete ich GESER Erdwärme mit dem Ziel, die Nutzung von Geothermie einfacher und wirtschaftlicher zu machen.
AWM: Was zeichnet Ihr Unternehmen heute besonders aus?
Stefan Geser: Neben unserer Innovationskraft stehen vor allem Beratung und langfristige Partnerschaft im Mittelpunkt. Ob Einfamilienhaus oder Großprojekt mit mehreren hundert Sonden – unsere Kunden sollen auch nach vielen Jahren noch überzeugt von ihrer Entscheidung sein.
AWM: Mit dem Einstieg Ihrer beiden Söhne ist das Unternehmen auch für die Zukunft bestens aufgestellt.
Stefan Geser: Darüber freue ich mich sehr. Dominik verantwortet die technische Geschäftsführung, Michael das strategische Management. Gemeinsam führen wir unser Familienunternehmen weiter und möchten unseren Kunden auch künftig ein verlässlicher Partner sein.
„Erdwärme ist die beste Alternative zur Luftwärme – effizienter, langlebiger und leiser.“ Michael Geser, Strategische Geschäftsführung
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GESER Erdwärme GmbH
Mywiler 160 1/4
88145 Opfenbach
Telefon 08385 924924-0
mail@geser.eu
www.geser.eu
Autor: Sigrid Leger
Bildnachweis: GESER Erdwärme
Kurz zusammengefasst
- GESER Erdwärme entwickelt und installiert effiziente Geothermie-Lösungen für Neubauten und Sanierungen.
- Erdwärme überzeugt durch geringe Betriebskosten, hohe Effizienz und eine lange Lebensdauer.
- Die neue Erdwärmesonde „separatus“ reduziert Installationsaufwand und Kosten.
- Je nach Grundstück kommen Kollektoren, Erdsonden oder Grundwasseranlagen zum Einsatz.
- Das Familienunternehmen verbindet jahrzehntelange Erfahrung mit innovativer Geothermie-Technologie.
FAQ
Ist Erdwärme auch bei einer Sanierung sinnvoll?
Ja. Viele bestehende Gebäude lassen sich problemlos auf Erdwärme umstellen. Häufig können sogar die vorhandenen Heizkörper weiter genutzt werden.
Welche Vorteile bietet Erdwärme gegenüber einer Luftwärmepumpe?
Erdwärme arbeitet leiser, effizienter und benötigt weniger Strom. Zudem ermöglicht sie passive Kühlung im Sommer und bietet eine deutlich längere Lebensdauer.
Welche Erdwärmesysteme gibt es?
Je nach Grundstück eignen sich Erdwärmekollektoren, Erdwärmesonden oder Grundwasseranlagen. Welche Lösung optimal ist, hängt von Platzangebot und geologischen Voraussetzungen ab.
Was ist die Erdwärmesonde „separatus“?
Die von GESER entwickelte Sonde kombiniert Vor- und Rücklauf in einem Rohr. Dadurch genügt ein Bohrloch pro Sonde, was Zeit und Kosten spart.
Wo befindet sich GESER Erdwärme?
Das Familienunternehmen hat seinen Sitz in Opfenbach im Westallgäu und betreut Bauherren sowie Unternehmen im gesamten süddeutschen Raum.






