Warum stinkt das Allgäuer Wirtschaftsmagazin so?

Frisch gedrucktes Allgäuer Wirtschaftsmagazin aus nachhaltigem Recyclingpapier.

Viele Menschen empfinden den Geruch unseres Magazins als unangenehm

Geschmäcker sind verschieden, und auch Gerüche werden von verschiedenen Menschen unterschiedlich wahrgenommen. Für viele Menschen steht jedoch fest: Unser Magazin stinkt, zumindest wenn es frisch aus der Druckerei kommt. Warum das so ist, und warum das eigentlich nichts Schlimmes ist, soll hier erklärt werden.

Auf eines sind wir beim TT-Verlag besonders stolz: Für unser Allgäuer Wirtschaftsmagazin musste kein einziger Baum gefällt werden. Das Magazin ist nämlich auf Recyclingpapier gedruckt. Bei Recyclingpapier denken viele sicherlich an das bräunliche Recyclingpapier aus den 1990er-Jahren, das die Tinte gefühlt aufgefressen hat und immer irgendwie ökomäßig aussah. Doch die Technik des Recyclings hat sich in den vergangenen Jahrzehnten enorm weiterentwickelt, recyceltes, und damit nachhaltiges, Papier ist von neuem Papier eigentlich nicht mehr zu unterscheiden.

Doch nicht nur das Papier, auf dem das Magazin, das Sie hier in Ihren Händen halten und lesen, gedruckt ist, ist nachhaltig. Auch der Druck selbst ist in den vergangenen Jahren immer umweltfreundlicher geworden. Womit wir zum Ausgangsproblem kommen: den Geruch.

„Das Thema ist uns durchaus bekannt. Die Geruchsbildung ist in den vergangenen zehn bis zwölf Jahren ein wirkliches Problem im Offsetdruck geworden“, erklärt Uwe Dittmann, Produktionsleiter und Umweltmanagementbeauftragter der Druckerei unseres Vertrauens, Holzer Druck und Medien aus Weiler. Der Hintergrund: Seit einigen Jahren druckt Holzer Druck ausschließlich mit mineralölfreien, nachhaltigen und umweltbewussteren Öko-Farben. Diese haben einen für viele Menschen unangenehmeren Geruch als die früher eingesetzten Farben auf Mineralölbasis. Die heutigen Bindemittel für die Farben bestehen überwiegend aus organischen Ölen wie Leinöl. Diese Öle riechen nicht so klinisch wie die synthetisch mit Mineralölen hergestellten Bindemittel.

Im vergangenen Jahr hat Holzer Druck den Farbhersteller gewechselt, um geruchsärmer zu werden. Dies sei auch gelungen, von vielen Kunden kamen seitdem positive Rückmeldungen zum Thema Geruch. „Jedoch ist dies immer eine subjektive Wahrnehmung“, erklärt Dittmann weiter. Vielleicht ist der bessere Geruch des Magazins ja auch einigen unserer treuen Leserinnen und Lesern aufgefallen?

Auch der heute hohe Recycling-Anteil des Druckpapiers führt zu einer schwankenden Geruchsbildung. Dies geschieht in Wechselwirkung mit den eingesetzten ökologischen Farben und kann durch die Druckerei nicht beeinflusst werden.

Der dritte Geruchsfaktor ist, wie die beiden ersten, ein eigentlich ökologisch wie auch gesundheitlich positiver Grund. Das Feuchtwasser zur Benetzung der Druckplatten wird im Offsetdruck mit Isopropyl-Alkohol (IPA) versetzt. Dadurch wird die Oberflächenspannung reduziert. Allerdings ist IPA giftig und in großen Mengen gesundheitsschädlich. Früher wurde dem Feuchtwasser bis zu 15 Prozent IPA beigesetzt. Technische Innovationen haben dazu geführt, dass die Druckerei heute mit 0 bis 3 Prozent IPA-Beimischung auskommt. Ökologisch und vor allem gesundheitlich gesehen hat dies nur positive Auswirkungen. Allerdings hatte der höhere IPA-Anteil früher den Vorteil, dass er die bereits oben beschriebenen Aromen durch seinen sterilen Geruch verdrängt hat. Deshalb riecht die Zusammenwirkung von Farbe und Papier heute stärker als früher.

Auch in Zukunft arbeitet unsere Druckerei weiter an einer Lösung zur Reduzierung der Wechselwirkung von Farbe und Recyclingpapier und damit einem geruchsärmeren Produkt. So ermöglichen unter anderem technische Neuerungen, dass der Druck mit weniger Farbauftrag auskommt, bei gleichbleibender Qualität. Wir werden also noch nachhaltiger und umweltfreundlicher. Für unser aller Zukunft.

TT Verlag GmbH
St.-Mang-Platz 1
87435 Kempten
Telefon 0831 960151-0
info@tt-verlag.de
www.tt-verlag.de

Autor: Eva Veit

Bildnachweis: TT VERLAG

Kurz zusammengefasst

  • Das Allgäuer Wirtschaftsmagazin wird auf hochwertigem Recyclingpapier gedruckt.
  • Nachhaltige Öko-Druckfarben und Recyclingpapier beeinflussen den typischen Geruch frisch gedruckter Magazine.
  • Auch der deutlich reduzierte Einsatz von Isopropyl-Alkohol trägt zur veränderten Geruchswahrnehmung bei.
  • Holzer Druck und Medien arbeitet kontinuierlich an weiteren Verbesserungen.
  • Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit stehen bei Papier und Druckprozess im Mittelpunkt.

FAQ

Warum riecht das Allgäuer Wirtschaftsmagazin anders als früher?

Durch nachhaltige Öko-Druckfarben, Recyclingpapier und den reduzierten Einsatz von Isopropyl-Alkohol entsteht ein anderer, intensiver wahrnehmbarer Geruch.

Ist der Geruch gesundheitsschädlich?

Nein. Im Gegenteil: Die heutigen Druckverfahren sind deutlich umwelt- und gesundheitsfreundlicher als frühere Produktionsmethoden.

Warum wird Recyclingpapier verwendet?

Recyclingpapier schont Ressourcen und ermöglicht eine nachhaltigere Produktion, ohne qualitative Nachteile gegenüber Frischfaserpapier.

Kann der Geruch weiter reduziert werden?

Ja. Gemeinsam mit der Druckerei wird kontinuierlich an technischen Verbesserungen gearbeitet, um den Geruch weiter zu minimieren.

Wer druckt das Allgäuer Wirtschaftsmagazin?

Gedruckt wird das Magazin von Holzer Druck und Medien in Weiler im Allgäu.

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