Technik, Mut und Unternehmergeist

Hauptverwaltung der KUTTER Bauunternehmung in Memmingen zum 100-jährigen Jubiläum

100 Jahre KUTTER Bauunternehmung in Memmingen

Ein Grundstück, ein Wohnhaus, ein Bauunternehmen: So beginnt am 01.08.1926 die Geschichte von KUTTER in Memmingen. Was daraus entstanden ist, zählt heute zu den prägenden Baugruppen der Region – mit rund 2.000 Mitarbeitern, bundesweiten Projekten und einer Unternehmenskultur, die Fortschritt nie als Selbstzweck verstanden hat, sondern als Verantwortung.

Wer heute über KUTTER spricht, spricht über Hochbau, Straßen- und Tiefbau, Schlüsselfertigbau, Projektentwicklung, Rohstoffe, Recycling und über Deutschlands größten Fräsdienstleister. Der Hauptsitz liegt in Memmingen, die Projekte reichen weit darüber hinaus. Rund 2.000 Mitarbeitende arbeiten an über 34 Standorten daran, Bauwerke zu schaffen, die Bestand haben.

Die Wurzel ist klein: 1925 wurde das erste Grundstück erworben, 1926 das Bauunternehmen offiziell gegründet. Kleinere Hochbauprojekte sowie Tätigkeiten im Kanal- und Straßenbau bestimmten die Anfangsjahre. Dass daraus eine große Unternehmensgruppe werden konnte, lag an Menschen, die unter der Führung von Rudolf Groll sen. anpackten, entschieden und aus schwierigen Situationen Lösungen entwickelten. Krieg, Materialmangel und der Wiederaufbau verlangten Improvisation. Maschinen wurden gebraucht gekauft, repariert, umgebaut. Ein Weserhütte-Seilbagger und ein Tieflader aus US-Militärbeständen stehen sinnbildlich für Jahre, in denen viel möglich wurde, weil man sich zu helfen wusste. Aus dieser Haltung wuchs ein Selbstverständnis, das bis heute trägt: „Geht nicht, gibt’s nicht.“

Bauen ist Leben – 1926 bis 2026

1926

Firmengründung durch Christian Kutter, Bau des ersten Wohnhauses mit Büro in Memmingen

1945 bis 1955

Wiederaufbau nach dem Krieg

1960 bis 1970

Spezialisierung im Straßenbau und erste Frästechnik

1970 bis 1980

Generationsübergang mit Eintritt von Peter, Rudolf und Ulrich Groll in verantwortliche Positionen; Aufbau des Betonfertigteilwerks und Ausbau als Fräsdienstleister

1980 bis 1990

Stetige Expansion mit strukturierten Niederlassungsgründungen

1990 bis 2000

Ausbau in Ostdeutschland

2000 bis 2015

Diversifikation, Wachstum und Markterweiterung

2015 bis 2026

Neuorganisation und Unternehmensentwicklung

2026

100 Jahre KUTTER

Peter und Rudolf Groll haben als langjährige Gesellschafter und Geschäftsführer die operative Führung übergeben.

Vom Bauhandwerker zur Unternehmensgruppe

Die Wurzel ist klein: 1925 wurde das erste Grundstück erworben, 1926 das Bauunternehmen offiziell gegründet. Kleinere Hochbauprojekte sowie Tätigkeiten im Kanal- und Straßenbau bestimmten die Anfangsjahre. Dass daraus eine große Unternehmensgruppe werden konnte, lag an Menschen, die unter der Führung von Rudolf Groll sen. anpackten, entschieden und aus schwierigen Situationen Lösungen entwickelten. Krieg, Materialmangel und der Wiederaufbau verlangten Improvisation. Maschinen wurden gebraucht gekauft, repariert, umgebaut. Ein Weserhütte-Seilbagger und ein Tieflader aus US-Militärbeständen stehen sinnbildlich für Jahre, in denen viel möglich wurde, weil man sich zu helfen wusste. Aus dieser Haltung wuchs ein Selbstverständnis, das bis heute trägt: „Geht nicht, gibt’s nicht.“

Technik als Entscheidung

In den 1960er- und 1970er-Jahren wurde Technik zum strategischen Hebel. In den Jahren danach kam die nächste Generation mit den Enkeln des Firmengründers Peter, Rudolf und Ulrich Groll in verantwortungsvolle Positionen. Eigene Werkstätten machten KUTTER unabhängiger. Als beschädigte Straßenbeläge und Spurrillen neue Lösungen verlangten, begann das Unternehmen, Fräsmaschinen mit WIRTGEN zu entwickeln. Was zunächst aus einem praktischen Problem entstand, wurde später zu einem prägenden Geschäftsfeld. Mit Kaltfräsen, Tunnelprofilen, Fels- und Spezialfräsarbeiten baute KUTTER eine Kompetenz auf, die weit über die Region hinaus gefragt ist.

Parallel wuchs der Hochbau. Mit dem Betonfertigteilwerk Anfang der 1970er-Jahre entstanden neue Möglichkeiten: Spannbetonplatten, größere Hallen, Schul- und Industrieprojekte.

Was im Allgäu begann, gewann bundesweite Struktur. Niederlassungen, Übernahmen und neue Geschäftsfelder in allen Bereichen stärkten die KUTTER-Gruppe. Das Ziel blieb über Jahrzehnte ähnlich: Kompetenz im eigenen Haus halten, leistungsfähig bleiben und möglichst unabhängig agieren.

Straßenbauarbeiten auf der A71

Unabhängigkeit durch Reinvestition

„Unser Vater hat immer gesagt: ‚Die beste Sparkasse ist die eigene Firma.‘“, erinnert sich Rudolf Groll. Dieser Satz beschreibt eine Haltung, die KUTTER über Jahrzehnte geprägt hat. Gewinne blieben im Unternehmen und flossen gezielt in Maschinen, Anlagen, Werkstätten und neue Märkte. Peter und Rudolf Groll beschreiben diese Linie als Grundlage der Unabhängigkeit. Neben Kapital zählte vor allem Vertrauen: Führungskräfte erhielten Verantwortung, Entscheidungen wurden dort getroffen, wo Kompetenz lag, und Fehler galten als Teil unternehmerischen Handelns.

So entstand eine Kultur, die langfristiges Denken belohnt. Viele Mitarbeiter bleiben dem Unternehmen über Jahrzehnte verbunden. Wer Verantwortung übernehmen will, bekommt Raum dafür. Gerade in einer Branche, die von Terminen, Technik und Verlässlichkeit lebt, wurde daraus ein echter Wettbewerbsvorteil.

Strategisch geschärft

Die letzten zehn Jahre stellte KUTTER wesentliche Weichen für die heutige Aufstellung. Die Fräsorganisation wurde neu geordnet und mit regionalen Verantwortungsbereichen klarer strukturiert. Gleichzeitig überprüfte die KUTTER-Gruppe ihre Geschäftsfelder, zog sich aus wirtschaftlich nicht tragfähigen Auslandsmärkten zurück und beendete einzelne Aktivitäten, die strategisch nicht mehr passten. So gewann das Unternehmen an Klarheit und Schlagkraft. Parallel rückten nachhaltige Bauverfahren, alternative Antriebstechnologien und die digitale Baustellensteuerung stärker in den Fokus.

2026 steht KUTTER damit als Unternehmen da, das gewachsen ist, sich aber zugleich bewusst sortiert und weiterentwickelt hat.

Leistungsfähigkeit im Projekt

Wie KUTTER heute arbeitet, zeigt die Sanierung der A96 zwischen Erkheim und Mindelheim. 2023 wurde dort auf rund 15 Kilometern in mehreren Bauabschnitten gearbeitet, teils nachts und mit enger logistischer Abstimmung. Bei den Fräsarbeiten kam eine 3D-Maschinensteuerung zum Einsatz. Solche Projekte zeigen, was die KUTTER-Gruppe ausmacht: präzise Planung, moderne Technik und Teams, die auch unter Zeitdruck zuverlässig liefern.

Fräsarbeiten am Kreisverkehr in Landsberg

Verantwortungsbewusste Übergabe

Nach und nach haben in den vergangenen zehn Jahren neben Peter und Rudolf Groll auch externe Geschäftsführer die Verantwortung einzelner Bereiche übernommen. Nach über 50 Jahren operativer Leitung der KUTTER-Gruppe von Peter und Rudolf Groll war am 1. Mai 2023 der Übergabeprozess vollständig abgeschlossen. Sie wechselten in den neu gegründeten Aufsichtsrat, um dem Familienunternehmen weiterhin strategisch zur Seite zu stehen.

Gleichzeitig übernahm ein fünfköpfiges Geschäftsführer-Team die Leitung der KUTTER-Gruppe. Nach dem Führungswechsel und dem Ausscheiden des langjährigen Geschäftsführers Ulrich Dick (Vorsitzender und Hochbau), besteht die Geschäftsführung heute aus Daniel Winkler (Vorsitzender und Hochbau), Andreas Haas (Finanzen), Mark Heutig (Fräsen), Jürgen Rogg und Rainer Rogg (beide Straßen- und Tiefbau). Ein starkes Führungs-Quintett lenkt die Unternehmensgruppe mit gebündelter Kompetenz und festem Fundament sicher in die Zukunft.

Der Blick nach vorn

Die Geschäftsleitung: Andreas Haas, Daniel Winkler, Jürgen Rogg, Mark Heutig und Rainer Rogg. (v.l.n.r.)

Mit der Strategie 2035 richtet KUTTER den Blick auf die kommenden Jahre. Im Mittelpunkt stehen gute Führung, Ausbildung, Mitarbeiterbindung, Digitalisierung, Cloud, KI, Wiederverwertung von Baustoffen, Rohstoffsicherung, Innovation und ESG. Die Strategie führt vieles weiter, was KUTTER seit Jahrzehnten prägt: investieren, lernen, Verantwortung übernehmen und Technik als Chance begreifen.

100 Jahre nach der Gründung steht KUTTER für Verlässlichkeit, Verantwortungsbewusstsein und Beständigkeit. Für ein Familienunternehmen, das aus seiner Herkunft Kraft zieht und den Blick nach vorn richtet. Und für eine Baugruppe, die im Allgäu verwurzelt bleibt und in Deutschland Spuren hinterlässt.

Anna Keller

Bilder: KUTTER Bauunternehmung GmbH & Co. KG

Kurz zusammengefasst

  • 100 Jahre KUTTER: Das 1926 in Memmingen gegründete Bauunternehmen entwickelte sich zu einer bundesweit tätigen Unternehmensgruppe.
  • Breites Leistungsspektrum: Rund 2.000 Mitarbeitende an über 34 Standorten arbeiten unter anderem in Hochbau, Straßen- und Tiefbau, Projektentwicklung, Recycling und Frästechnik.
  • Technik und Unabhängigkeit: Eigene Kompetenzen, kontinuierliche Reinvestitionen und technische Innovationen prägen KUTTER seit Jahrzehnten.
  • Neue Führung: Nach der operativen Übergabe wird die KUTTER-Gruppe von einem fünfköpfigen Geschäftsführer-Team geleitet.
  • Strategie 2035: Digitalisierung, KI, Mitarbeiterbindung, nachhaltiges Bauen, Rohstoffsicherung und Innovation stehen im Fokus der kommenden Jahre.

Häufige Fragen zu KUTTER

Wann wurde die KUTTER Bauunternehmung gegründet?

KUTTER wurde am 1. August 1926 in Memmingen gegründet und feiert 2026 sein 100-jähriges Bestehen.

Wie viele Mitarbeiter hat KUTTER?

Rund 2.000 Mitarbeitende sind an über 34 Standorten für die KUTTER-Gruppe tätig.

Welche Bereiche deckt KUTTER ab?

Die KUTTER-Gruppe ist unter anderem in den Bereichen Hochbau, Straßen- und Tiefbau, Schlüsselfertigbau, Projektentwicklung, Rohstoffe, Recycling und Fräsdienstleistungen tätig.

Wo befindet sich der Hauptsitz von KUTTER?

Der Hauptsitz der Unternehmensgruppe befindet sich in Memmingen im Allgäu.

Wer führt die KUTTER-Gruppe?

Die Geschäftsführung besteht aus Daniel Winkler, Andreas Haas, Mark Heutig, Jürgen Rogg und Rainer Rogg.

Welche Themen verfolgt KUTTER mit der Strategie 2035?

Im Mittelpunkt stehen unter anderem Führung, Ausbildung, Mitarbeiterbindung, Digitalisierung, Cloud, KI, Wiederverwertung von Baustoffen, Rohstoffsicherung, Innovation und ESG.

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