Nachhaltig und sofort lukrativ: der Neue ÖPNV, eine Alternative für Angestellte

Ringbus der Kemptener Verkehrsbetriebe und Stadtbusnetz in Kempten als nachhaltige Alternative für Angestellte

Mit Bus und Bahn durchs Allgäu? Da gewinnt bei den Einheimischen meist das Auto. Für das neue Liniennetz der Kemptener Stadtbusse ist das wirklich unfair. Obwohl in den letzten zwei Jahren ausgeweitet und deutlich verbessert, wird es von den ansässigen Unternehmen noch immer zu wenig beachtet. Damit verpassen sie eine lukrative Möglichkeit, ihre Angestellten nachhaltig, günstiger und auch noch mit Vorteilen für die Freizeit zum Arbeitsplatz fahren zu lassen.

Bei der Einführung der beiden Ringbuslinien 2024 hat Thomas Kappler, Geschäftsführer der Kemptener Verkehrsbetriebe (KVB), den neuen Stadtbusfahrplan und die JobCard Tarife gegenüber vielen Unternehmen vorgestellt. „Das Feedback war sehr positiv, leider ist die Rückmeldung aber nicht entsprechend eingetreten.“ Schon ab zehn Euro Zuzahlung im Monat können Arbeitgeber ihren Angestellten das JobCard-Abo ermöglichen, das im Vergleich zu einem regulären Abo damit deutlich günstiger ist. Der genaue Tarif ist abhängig davon, wie weit die Angestellten vom Arbeitsplatz entfernt wohnen bzw. wie viele Waben des mona-Tarifgebiets bis dorthin durchfahren werden.

Über die Ringbusse werden ca. 20.000 Kemptener erreicht, die Busse fahren im 20-Minuten-Takt und sind über Querverbindungen und verschiedene Umsteigeknoten mit den anderen Stadtbuslinien verknüpft.

Früher gab es nur die ZUM als Umsteigemöglichkeit. Jetzt gibt es neben dem Zentrum und dem Hauptbahnhof als Haupt-Knotenpunkte noch weitere dezentrale Umstiegspunkte. Außerdem stehen mehr Fahrten mit engerer Taktung in den Fahrplänen: die Kilometerzahl aller Busse ist von 1,3 auf 1,8 Mio. km im Jahr gestiegen. Das Netz funktioniere und der Ringbus komme gut an – innerhalb eines halben Jahres hat sich die Fahrgastzahl in den Ringbussen verdoppelt.

„Für die Verkehrswende müssen wir bereit sein, alte Gewohnheiten aufzugeben.“

Thomas Kappler, Geschäftsführer KVB

Das ist der Neue ÖPNV:

  • Unsere Grundlast besteht aus 35 Bussen, davon 27 mit Elektroantrieb.
  • 6 Busse wurden neu eingesetzt für die Ringstrecken.
  • 11 Buslinien touren in die Stadtteile, davon zwei als Ringbusse.
  • 6 Buslinien für abends, an Wochenenden und an Feiertagen.
  • Verbesserter Takt auf der Hauptachse: Zentrum-Forum-Hochschule-Hauptbahnhof. Alle 5,5 Min. fährt ein Bus vom Hbf in die Innenstadt.
  • Neue Kreuzverbindungen und Umstiegsknoten zwischen den Stadtteilen.
  • Mehr Fahrten und engere Taktung.

Weniger Parkplätze zahlen und gute PR

Wer rechnet schon mit Parkplätzen? Während des Gesprächs bei der KVB stellt Thomas Tänzel von unserem Magazin seine eigenen Zahlen vor. 800 Euro Parkplatzmiete pro Monat in der Kemptener Innenstadt seien für ein mittelständiges Unternehmen eine zu beachtende Summe. Jeder Mitarbeiter, der Bus fährt, bedeutet weniger Fixkosten für Parkplätze, eine bessere CO₂-Bilanz und bietet Vorteile für die Mitarbeiter. Ab 10:00 Uhr können JobCard-Inhaber zusätzlich zu ihrer Arbeitsstrecke im gesamten Netz frei fahren, an Wochenenden gilt dies ganztags – sogar für Partnerin oder Partner und Kinder.

Nicht zuletzt geht es darum, die Verkehrswende voranzutreiben. „Die Rush Hour in Kempten wird immer noch dichter“, sagt Thomas Kappler. „Wir versuchen, die Menschen zum Umdenken zu bringen und Alternativen für die tägliche Autofahrt zur Arbeit zu suchen.“ Das Netz der KVB sei zukunftsfähig und es gäbe noch viele offene Wünsche, die das Team der Stadtbusse erfüllen möchte. Park & Ride Plätze an den wichtigsten Pendlerzufahrten außerhalb von Kempten wären ein weiterführender Baustein im Verkehrskonzept. Weitere diebstahlsichere Radboxen an den wichtigsten Zustiegspunkten zu den Bussen plane die Stadt Kempten ebenfalls.

Begeistern und Gewohnheiten ändern

Thingers, Auf dem Bühl und Ludwigshöhe werden unter der Woche bereits im 15-Minuten-Takt angefahren. Auch die anderen Kemptener Stadtteile sowie die Gemeinden Waltenhofen und Lauben sind bereits sehr gut angeschlossen. Dennoch wünschen sich viele Bürger schnellere und häufigere Busverbindungen. „Wir werden leider nie alle abholen können, jeder hat seine persönlichen Vorlieben“, betont Kappler. Die finanzielle Situation sei auch durch das Deutschlandticket eher schwierig. Sicher ist, dass die KVBler nicht müde werden, den ÖPNV im Allgäu zu stärken – das konnten wir bei unserem spannenden Redaktionsbesuch erfahren. Gefragt ist ohne Zweifel unser Mitmachen, und dazu gehört, das gewohnte Auto einfach mal stehen zu lassen und gemütlich Bus zu fahren.

„Es wird uns sicherlich nicht gelingen, dass jeder Kemptener auf ein Auto verzichtet. Vielleicht schaffen wir es aber, dass Familien kein zweites oder sogar drittes Fahrzeug benötigen und stattdessen auf den Bus umsteigen.“Thomas Kappler, Geschäftsführer KVB

Kemptener Verkehrsbetriebe- und Beteiligungs GmbH & Co. KG
Kaufbeurer Straße 15
87437 Kempten
Telefon 0831 522880
info@stadtbus-kempten.de
www.stadtbus-kempten.de

Autor: Annette Mayr

Bildnachweis: Kemptener Verkehrsbetriebe- und Beteiligungs GmbH & Co. KG

Kurz zusammengefasst

  • Die Kemptener Verkehrsbetriebe haben das Stadtbusnetz in den vergangenen Jahren deutlich ausgeweitet.
  • Ringbuslinien, neue Umstiegsknoten und engere Taktungen verbessern den ÖPNV in Kempten.
  • Arbeitgeber können ihren Mitarbeitenden mit der JobCard eine günstige Alternative zum Auto bieten.
  • Unternehmen profitieren durch weniger Parkplatzkosten, bessere CO₂-Bilanz und positive Außenwirkung.
  • 27 von 35 Bussen fahren bereits mit Elektroantrieb.
  • Die KVB möchte gemeinsam mit Unternehmen und Bürgern die Verkehrswende in Kempten voranbringen.

FAQ

Was bieten die Kemptener Verkehrsbetriebe Unternehmen an?

Die Kemptener Verkehrsbetriebe bieten Unternehmen unter anderem die Möglichkeit, ihren Mitarbeitenden über die JobCard ein günstiges ÖPNV-Abo für den Arbeitsweg bereitzustellen.

Welche Vorteile hat die JobCard für Arbeitgeber?

Arbeitgeber können Parkplatzkosten senken, ihre CO₂-Bilanz verbessern und ihren Mitarbeitenden einen zusätzlichen Vorteil für Arbeitsweg und Freizeit bieten.

Wie wurde der Stadtbusverkehr in Kempten verbessert?

Das Liniennetz wurde durch Ringbuslinien, neue Umstiegsknoten, mehr Fahrten, engere Taktungen und bessere Verbindungen zwischen den Stadtteilen erweitert.

Wie viele Menschen werden über die Ringbusse erreicht?

Über die Ringbusse werden rund 20.000 Kemptener erreicht.

Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit bei den Kemptener Verkehrsbetrieben?

Die KVB setzt auf den Ausbau des ÖPNV, Elektrobusse und bessere Alternativen zur täglichen Autofahrt, um die Verkehrswende in Kempten zu unterstützen.

Wo befinden sich die Kemptener Verkehrsbetriebe?

Die Kemptener Verkehrsbetriebe- und Beteiligungs GmbH & Co. KG hat ihren Sitz in der Kaufbeurer Straße 15 in Kempten.

Nützliche Links

Teilen:

Weitere Beiträge

Teilnehmer eines eza! Effizienz-Netzwerks bei einem Betriebsrundgang im Allgäu

Netzwerke für Energie und Nachhaltigkeit

Sich austauschen, voneinander lernen, zusammenarbeiten – darauf setzen viele Betriebe im Allgäu, auch bei den Themen Energie und Nachhaltigkeit. Bestes Beispiel dafür sind zwei Netzwerke unter Leitung des Energie- und Umweltzentrums Allgäu (eza!), von denen seit vielen Jahren Betriebe und Hotels in der Region profitieren. Hoher Energieeinsatz, steigende Kosten, neue

Berghotel Schlossanger Alp in Pfronten mit ALP SPA und Bergpanorama im Allgäu

Berghotel Schlossanger Alp

Hoch gelegen. Tief verwurzelt. Echt. Ein alpiner Rückzugsort, an dem familiäre Gastlichkeit, exzellente Kulinarik und Naturverbundenheit zu einem stillen, aber kraftvollen Erlebnis werden. Infos Kurz zusammengefasst FAQ zum Berghotel Schlossanger Alp in Pfronten Wo liegt das Berghotel Schlossanger Alp? Das Berghotel Schlossanger Alp befindet sich in Pfronten im Allgäu. Das

Messerbalkensystem von Engelmayer Landtechnik für insektenfreundliches Mähen in Altusried

Nachhaltige Innovation für insektenfreundliches Mähen

Engelmayer Landtechnik entwickelt praktisches Messerbalkensystem Engelmayer Landtechnik setzt mit seinem neu entwickelten Messerbalkensystem neue Maßstäbe bei der Mahd von Blumenwiesen, Streuobstwiesen und Wiesen in unwegsamem Gelände. Das System passt auf einen Aufsitzrasenmäher und garantiert nachhaltiges und weniger anstrengendes Mähen von hohem Gras. Standortvorteil und Team Die Idee, ein Mähsystem für

Logo des feelMOOR Gesundresorts in Bad Wurzach

Mehr Energie durch Moor

Gesundheitsresort Bad Wurzach Die Möglichkeiten, sich etwas Gutes zu tun, sind im feelMOOR Gesundresort in Bad Wurzach vielfältig. Das feelMOOR Gesundresort in Bad Wurzach verbindet die Natur des Wurzacher Rieds mit moderner Therapie und bewusster Entschleunigung. Im fünftägigen „Nature Flow – Natur-Resilienz-Retreat“ lernen Gäste, Stress bewusster zu begegnen, innere Klarheit

Ihre Firma digital präsentieren?

Mehr Firmen finden.

Beiträge von anderen Firmen im Allgäu