Fachkräfte im Allgäu sichern: Erfahrung als Chance

Der Fachkräftemangel im Allgäu bleibt eine Herausforderung. Erfahre, wie Unternehmen Wissen sichern und ältere Beschäftigte langfristig halten können.

Der Fachkräftemangel beschäftigt viele Unternehmen im Allgäu. Gleichzeitig verändert der demografische Wandel die Personalplanung: In den kommenden Jahren werden zahlreiche erfahrene Mitarbeitende aus dem Berufsleben ausscheiden.

Für Unternehmen entsteht dadurch eine doppelte Herausforderung: Einerseits müssen neue Fachkräfte gewonnen werden. Andererseits gilt es, das Wissen und die Erfahrung der bestehenden Belegschaft langfristig zu sichern.

Grundlage dieses Beitrags ist die Studie „Wertvolle Erfahrung sichern: Ältere Beschäftigte im Unternehmen halten“ von Tiedemann, Jurek / Arndt, Franziska / unter Mitarbeit von Pöttker, Katja (2026). Die Studie entstand im Rahmen des Projektes Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung (KOFA) im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE), Köln. Sie zeigt, welche Bedeutung ältere Beschäftigte für Unternehmen haben und welche Maßnahmen helfen können, wertvolles Wissen im Betrieb zu halten.

Warum ältere Beschäftigte für Unternehmen wichtiger werden

Die Ergebnisse der Studie zeigen: Mehr als 8,5 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in Deutschland sind 55 Jahre oder älter. Das entspricht 25,4 Prozent aller Beschäftigten. Damit wird voraussichtlich rund ein Viertel der heutigen Beschäftigten den Arbeitsmarkt innerhalb der nächsten zehn bis fünfzehn Jahre altersbedingt verlassen.

Auch Unternehmen im Allgäu stehen damit vor der Aufgabe, ihre Personalplanung frühzeitig anzupassen. Denn wenn erfahrene Mitarbeitende in den Ruhestand gehen, fehlt häufig nicht nur eine Arbeitskraft – sondern auch Wissen, das über viele Jahre aufgebaut wurde.

Wissen sichern, bevor es verloren geht

Gerade in kleinen und mittleren Unternehmen spielt Erfahrungswissen eine zentrale Rolle. Viele Abläufe, Kundenbeziehungen oder spezielle Fachkenntnisse entstehen über lange Zeit und lassen sich nicht kurzfristig ersetzen.

Die KOFA-Studie macht deutlich, dass Unternehmen deshalb frühzeitig überlegen sollten, wie Wissen weitergegeben werden kann. Ein strukturierter Übergang hilft dabei, Erfahrungen innerhalb des Teams zu halten und neue Mitarbeitende schneller einzuarbeiten.

Für Unternehmen im Allgäu kann das beispielsweise bedeuten:

  • erfahrene Mitarbeitende gezielt als Mentorinnen und Mentoren einzusetzen,
  • Wissen über Übergaben und Tandemmodelle weiterzugeben,
  • Nachwuchskräfte frühzeitig einzubinden,
  • Gespräche über mögliche Übergangsmodelle rechtzeitig zu führen.

Besonders Fachkräfte stehen vor dem Ruhestand

Eine besondere Bedeutung haben dabei qualifizierte Beschäftigte. Laut der Studie von Tiedemann, Arndt und Pöttker (2026) arbeiten mehr als 4,6 Millionen Beschäftigte ab 55 Jahren auf Fachkraftniveau – also in der Regel mit abgeschlossener Berufsausbildung.

Gerade diese Mitarbeitenden sind für viele Unternehmen unverzichtbar. Sie verfügen über praktische Erfahrung, kennen interne Abläufe und tragen häufig entscheidend zur Qualität und Stabilität eines Betriebs bei.

Zusätzlich zeigt die Untersuchung: In Engpassberufen arbeiten rund 3,6 Millionen Beschäftigte ab 55 Jahren. Dort treffen bestehender Fachkräftebedarf und zusätzlicher Ersatzbedarf durch Renteneintritte aufeinander.

Für Unternehmen bedeutet das: Es lohnt sich, frühzeitig zu prüfen, welche Positionen besonders wichtig für den Betrieb sind und wo in den kommenden Jahren Nachfolge aufgebaut werden muss.

Fachkräftesicherung beginnt mit guter Planung

Die Studie empfiehlt Unternehmen, die eigene Altersstruktur regelmäßig zu betrachten und frühzeitig Maßnahmen einzuleiten. Wer weiß, welche Mitarbeitenden in den nächsten Jahren ausscheiden könnten, kann gezielter reagieren.

Dabei geht es nicht nur um die Suche nach neuen Beschäftigten. Auch der längere Verbleib erfahrener Mitarbeitender kann ein wichtiger Baustein sein. Gespräche über angepasste Aufgaben, flexible Übergänge oder reduzierte Arbeitszeiten können Möglichkeiten schaffen, Wissen länger im Unternehmen zu halten.

Ausbildung als Investition in die Zukunft

Neben der Sicherung vorhandener Erfahrung bleibt auch die Ausbildung ein wichtiger Bestandteil der Fachkräftesicherung.

Die Ergebnisse der KOFA-Studie zeigen, dass Unternehmen nicht erst handeln sollten, wenn ein Fachkräfteengpass bereits entstanden ist. Stattdessen lohnt sich ein Blick nach vorne: Welche Bereiche könnten durch altersbedingte Abgänge betroffen sein? Wo sollte frühzeitig Nachwuchs aufgebaut werden?

Für Unternehmen im Allgäu bedeutet das: Wer heute in Ausbildung, Weiterentwicklung und Wissenstransfer investiert, schafft eine wichtige Grundlage für die Zukunft.

Erfahrung als Wettbewerbsvorteil nutzen

Der demografische Wandel bringt Herausforderungen mit sich – gleichzeitig bietet er Unternehmen die Chance, die Stärke der eigenen Belegschaft gezielt zu nutzen.

Die Studie von Tiedemann, Jurek / Arndt, Franziska / unter Mitarbeit von Pöttker, Katja (2026) zeigt: Wer frühzeitig plant, Wissen sichert und ältere Beschäftigte aktiv einbindet, kann den Übergang in den kommenden Jahren besser gestalten.

Gerade für Unternehmen im Allgäu kann die Erfahrung langjähriger Mitarbeitender ein entscheidender Wettbewerbsvorteil sein.

Quelle:
Tiedemann, Jurek / Arndt, Franziska / unter Mitarbeit von Pöttker, Katja (2026): Wertvolle Erfahrung sichern: Ältere Beschäftigte im Unternehmen halten. Studie im Rahmen des Projektes Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung (KOFA) im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE), Köln.

Teilen:

Weitere Beiträge

Fairways des Golfclubs Oberstaufen Steibis mit Blick auf die Allgäuer Alpen sowie Golfspieler auf der 18-Loch-Golfanlage.

Golf zwischen Bergen und Leidenschaft

Golfclub Oberstaufen-Steibis Umgeben von gepflegten Fairways, Allgäuer Bergpanorama und der Ruhe der Natur verbindet der Golfclub Oberstaufen Steibis Sport, Erholung und Gemeinschaft auf besondere Weise. Die 18-Loch-Anlage zählt zu den landschaftlich eindrucksvollsten Golfplätzen der Region und begeistert Mitglieder wie Gäste gleichermaßen. „Golf bedeutet für viele Menschen bewusste Zeit für sich

Zimmer und Außenansicht des Hotels Goldene Steig in Kempten – charmantes Stadthotel in zentraler Lage in der Allgäuer Altstadt.

Goldene Steig – Ihr charmantes Hotel im Herzen von Kempten

KEMPTEN Zentral wohnen, Kempten erleben, entspannt ankommen Mitten im Herzen der Kemptener Altstadt verbindet das Hotel Goldene Steig Allgäuer Gemütlichkeit mit modernem Komfort. Die 14 liebevoll eingerichteten Zimmer bieten den perfekten Rückzugsort für alle, die die Stadt entdecken oder geschäftlich unterwegs sind. Dank der zentralen Lage erreichen Gäste zahlreiche Sehenswürdigkeiten,

Außenansicht der Königlichen Kristall-Therme Schwangau mit Thermenpark und Blick auf das Königsschloss Neuschwanstein im Allgäu.

Kristall-Therme – Einfach wohlfühlen

SCHWANGAU Erleben Sie pure Entspannung in unserem weitläufigen Thermenpark mit Blick auf das Königsschloss Neuschwanstein. Infos Adresse Königliche Kristall-Therme SchwangauAm Ehberg 1687645 SchwangauTelefon +49 8362 92694-0info@kristalltherme-schwangau.dewww.kristalltherme-schwangau.de Bildnachweis: Königliche Kristall Therme Schwangau Kurz zusammengefasst FAQ Was bietet die Königliche Kristall-Therme Schwangau? Die Anlage verfügt über eine 14.000 m² große Thermen- und

Moderner Holzsystembau von SÄBU Holzbau mit Mensaraum einer Schule in Garching

Mit Verantwortung Zukunft bauen

Nicht nur beim Holzsystembau, auch bei der Neuaufstellung der Geschäftsführung beschreitet SÄBU eigene Wege Bildunterschrift: Holzsystembau: der Mensaraum in der Schule Garching. SÄBU Holzbau entwickelt und realisiert Gebäude in Holzsystembauweise. Der nachwachsende Rohstoff reduziert als leichter Baustoff den Aufwand für Gründung und Fundament, bietet zugleich hohe Tragkraft und speichert CO₂.

Ihre Firma digital präsentieren?

Mehr Firmen finden.

Beiträge von anderen Firmen im Allgäu